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... oder wo, bitte schön, geht's nach oben?


Anerkennende Worte an den Piloten nach einem Wettbewerbsflug: „Du kurbelst ja schon unter Wolken, die es noch gar nicht gibt!“ Eigentlich drückt mein Pilot mich immer nur in die Thermik, wenn Steigen kommt, dabei ist es doch egal ob da nun eine Wolke drüber ist oder nicht. - Trotzdem überlässt er das natürlich nicht ganz dem Zufall. Ein wenig Basiswissen über die Entwicklung von Thermik ist da schon hilfreich beim Aufspüren eines Aufwinds:

 

1. Thermik braucht Energie: Meist Sonne und einen geeigneten Boden, der die von der Sonne aufgenommene Energie wieder an die darüber liegende Luft abgeben kann, weil die Sonnenstrahlen selber es nicht schaffen die Luft zu erwärmen. Ein geeigneter Boden ist demnach ein Boden, der die Sonnenstrahlen nicht wieder reflektiert und die Energie nicht absorbiert. Beeinflussend wirken sich außerdem auch aus:

• Feuchtigkeit oder gar Nässe (negativ, weil Energie zur Verdunstung benötigt wird)

• Durchlässigkeit des Bodens (negativ, wenn Nässe nicht abgeführt werden kann, bzw. Feuchtigkeit kapillar angezogen wird)

• Bewuchs des Bodens (negativ, wenn zu hohe Verdunstung über die Blätter erfolgt)

Im norddeutschen Raum erfüllen die Heide- und Kiefernflächen auf ihren sandigen, trockenen Böden am ehesten die positiven Bedingungen. Die Nadeln sind gegenüber Blättern klein, haben nur eine geringe Verdunstung und lassen die Sonnenstrahlen noch gut  genug zum Boden durch. Am Boden bildet sich nun eine Blase warmer Luft und liegt dort ähnlich einer Seifenblase bis sie …

2. … aufgestoßen wird. Die Auslöser für das Aufplatzen der Blase können sein: Wind (im Zusammenhang mit Waldkante oder anderem Hindernis an dem der Wind nach oben umgelenkt wird), Mähdrescher, Strohfeuer oder, oder, oder, … - noch ein Vorteil vom Kiefernwald: Der Wald wirkt schützend und die Warmluftblase kann sich ungestört entwickeln und ist dadurch prall gefüllt und energiegeladen. Wenn diese Blase nun aufgestoßen wird, haben wir einen Bart, der deutlich kräftiger sein sollte als viele Andere.

3. Voraussetzung ist natürlich die richtige Schichtung der Luft. Warme Luft ist leichter als kältere und steigt deswegen auf, kühlt aber auch ab. Also muss die Luftschichtung mit der Höhe kälter werden (kann man dem Temp entnehmen). Solange der Temperaturunterschied zwischen aufsteigender Blase und Umgebungsluft gegeben ist, steigt die Luft auch auf.

 

4. Irgendwann kommt das Kondensationsniveau: Die Luft ist soweit abgekühlt, dass der Taupunkt erreicht ist. Der Wasserdampf in der aufgestiegenen Luft kann nicht mehr gehalten werden (100% relative Luftfeuchte) und wird zu Wassertropfen. Es bilden sich erste Anzeichen einer Wolke, die …

5. … rasch zu einem Wölkchen an der Wolkenbasis wächst und dann …

6. … die vollkommene Form eines Cumulanten annimmt. Einfache Faustregel: Lässt sich ein Dreieck mit Basis auf der Unterseite in die Wolke konstruieren, hat die Wolke ihre perfekte Form erreicht und man sollte sie nun unter ihr sein denn spätestens jetzt kann sie sicher zum Höhegewinnen genutzt werden. Besonders gut steigt es:

• Auf der Sonnenseite und/ oder Windseite (Luv)

• Wo die Unterseite besonders dunkel ist.

• Wo sich die Unterseite in die Wolke wölbt.

• Wo sich kondensierte Luft schon unter der Basis befindet und mit aufsteigt.

Wechselt nun die Form aber dahin, dass …

 

7. … sich ein Dreieck mit der Spitze nach unten in die Wolke konstruieren lässt, dann ist Vorsicht geboten. Jetzt ist höchstens dicht an der Basis noch Steigen anzutreffen.

8. Zerfällt und teilt sich die Wolke erst einmal, dann ist es zu spät …

9. … und es dauert nicht mehr lange bis die Wolke sich weiter auflöst bis sie verschwunden ist. Thermik ist in der Regel unter ihr nicht mehr zu finden.

Auf der Suche nach Thermik

Thermik bildet sich besonders über dafür geeigneten Böden und wird sichtbar durch den Cumulanten. Also muss der Aufwind zwischen diesen beiden Punkten sein. Auf der Suche nach ihm orientiert sich mein Pilot

• etwa im obersten Drittel der Basishöhe nach der Wolke
• wenn er tief kommt, also mehr so im letzten Drittel der Basishöhe, nach Untergründen und/oder Bodenmerkmalen, an denen sich Thermik bilden und ablösen kann:

 => Kiefernwälder und deren vom Wind angeblasenen Waldkanten
 => Im Lee von Windräder, die evtl. sogar durch die Strömung der Ablösung am Böden schon unterschiedlich ausgerichtet sind und zum Zentrum des Aufwindschlauches weisen
 => Größere Sandkuhlen, Steinbrüche oder Tagebaue, deren der Sonne zugewandten Flächen voll angestrahlt werden und wo sich an der Kante vermutlich der Aufwind ablöst
 => Industriegelände, Stahlwerke oder
 =>noch besser Kraftwerke, die ihre eigene Thermik über den Kühltürmen erzeugen


So ist wieder der Anschluss in Bodennähe möglich, aber besser man lässt es erst gar nicht darauf ankommen. Wenn es doch dazu kommt, nicht auf einen Ablösepunkt verlassen, sondern noch möglichst viele Optionen anfliegen und ausprobieren.

• Im mittleren Drittel versucht mein Pilot, wie sollte es anders sein, die Verbindung zwischen Ablösepunkt und dazugehörigem Cumulanten herzustellen. Jetzt wird es noch wichtiger den Wind zu berücksichtigen, denn der Thermikschlauch wird genauso wie andere Gegenstände in der Luft „verblasen“ und steht nicht mehr senkrecht unter der Wolke.


Einfluß des Winds

Der Aufwindschlauch richtet sich unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Kräfte aus, mal steiler, mal flacher. Abhängig ist die Ausrichtung bzw. Neigung vom
• vertikalen Wind, also vom Steigen und seiner Stärke
• horizontalen Wind, also dem „normalen“ Wind und seiner Stärke ggfs. auch in Abhängig der Höhe (dem Windprofil)


 

Ist der Wind stärker ist ein Abreißen vom Auslösepunkt möglich. Es ist nicht mehr unmittelbar möglich einen Bezug zwischen Auslösepunkt und Wind zu finden.

 


 

Bei Wind bilden sich aber auch Aufwindreihungen oder gar Wolkenstraßen. Sie sind der Schlüssel für schnelle Überlandflüge. Im Idealfall liegen sie fast oder sogar genau auf Kurs. Unter ihnen kann der Gleitwinkel enorm gestreckt werden oder sogar durch Höhengewinn über eine längere Strecke negativ werden. Die aneinander gereihten Wolken bieten fast nahtlos Steigen. Um einen guten Pfad zu finden, muss aber genug Abstand zur Wolke gehalten werden. Nur so (ggfs. noch durch Beobachtung weiterer Flugzeuge) kann erkannt werden, wo die Wolken gut ziehen sollten. Auch ohne Aufreihungen ist es schon möglich, durch geschickt variierte Kurswahl den Gleitflug zu strecken, indem man die tragende Linie findet. Hierzu ist es nötig, den Flugweg rechtzeitig voraus zu planen beim Kurbeln schon die Entwicklung von Wolken zu beobachten nicht zu dicht unter oder gar in die Wolke zu steigen die Fahrt so zu variieren, dass man Sinkgebiete schnell durchfliegt und größere Steiggebiete langsamer durchfliegt beim Vorfliegen feinfühlig auf einseitiges Heben der Flächen zu achten, um in Heberichtung zu korrigieren.

 

 

 


 

Der letzte Punkt ist besonders wichtig an Thermiktagen ohne Wolkenbildung, also bei Blauthermik. Bei ihr gibt es bei Wind über 15km/h genauso Aufreihungen. Diese müssen gefunden und unter Ausnutzung aller Sinne ausgeflogen werden.

Wenn man die Thermik nicht findet und schon aufgeben will dann hilft nur noch Folgendes:

Und wenn man glaubt es geht nicht mehr,
kommt ein Bart von irgendwo her.

 




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