Zur Taktik bei Gegenwindwenden: Manchmal entscheiden bei einem Wettbewerb nur wenige Sekunden über den Tagessieg. Häufig liegen aber auch erhebliche Minutenunterschiede zwischen den einzelnen Plätzen. Wo kommen diese her? Gut, dafür gibt es viele Erklärungen und in der Regel ist es die Summe der gemachten Fehler. Ein ganz entscheidender Fehler ist das taktisch ungeschickte Umrunden der Wende. Obwohl handwerklich fehlerfrei geflogen und mit dem gleichen Steigen wie die Konkurrenz, können hier schnell mehrere Minuten verloren werden.
Nehmen wir einen Tag wie den zweiten Wertungstag am 8. Juli bei den Deutschen Meisterschaften der Clubklasse 2007 in Neustadt-Glewe. Der Wind betrug 25-30km/h. Vor der Gegenwindwende in Uelzen ließ das Steigen wegen Warmluft nach, so dass die Bedingungen mit dem folgenden Beispiel im Bild vergleichbar sind:

Das Bild zeigt den etwas risikobereiteren Piloten Grün (rechte Seite), der nach der Wende erst einen Aufwind in 427m annimmt und den vorsichtigeren Piloten Orange (linke Seite) der vor der Wende in 773m schon einen Bart auskurbelt. Bei beiden ist das Steigen gleich und trotzdem hat Pilot grün hinterher einen Vorsprung von 4 Minuten, der sich aus 1 Minute direkter Zeitersparnis (13,3 zu 12,4 Minuten) und einer größeren Höhe am Ende des Vergleichs von knapp 290m (bei 1,5m/s = 3,2Minuten) addiert.
Und wenn Pilot Grün nach der Wende einen schlechteren Aufwind erwischt hätte? Das zeigt die dritte Tabelle: Noch bei einem Steigen von 0,8m/s, also etwas mehr als die Hälfte wie bei Pilot Orange, entsteht noch ein Zeitgewinn von (13,3-12,0) Minuten also gleich 1,3 Minuten, wenn die Höhe am Ende des verglichenen Streckenabschnitts gleich groß ist nämlich 811m.
Abstand zwischen 1ten und 2ten bei der DM am 8. Juli etwa 2 ¾ Minuten, zwischen 4ten und 5ten knapp 3 Minuten (jeweils bei gleichem Flugzeugindex). Muss nicht, könnte aber mit der Gegenwindwende zusammenhängen.