Aerokurier 4/99: „Grünes Licht: Winglets für die ASW 19 – Dinkelsbühl: Die von FBW Flugzeugbau in Dinkelsbühl (Ernst Schönwald, Flugplatzstr. 3, 91550 Dinkelsbühl) entwickelten Winglets für die Schleicher ASW 19 und 19B haben jetzt die LBA-Zulassung erhalten. FBW Flugzeugbau bietet die Winglets in einem Rohbausatz für 2900 Mark (zuzüglich Steuern) an. Die Montage muß in einem LTB mit entsprechender Berechtigung vorgenommen und von einem Prüfer Klasse 3 abgenommen werden. Für den umbau und die Oberflächenarbeiten werden rund 20Arbeitsstunden veranschlagt. – Was die Winglets bringen sollen: zwei Gleitzahlpunkte (!), ein erkennbar niedrigeres Sinken (bis 150 km/h) und deutlich verbessertes Handling. Die Überziehgeschwindigkeit hat nach Ernst Schönwald um einige km/h abgenommen.“
Aus dem Forum auf Segelflug.de vom 28.05.2002: „Re: ASW 15 mit Winglets: FBW Flugzeugbau in Dinkelsbühl hat die Winglets hergestellt und zertifiziert. Leider werden diese im Moment nicht mehr gebaut. Wenn Du jedoch mit dem Hersteller ein wenig verhandelst, ist da evt. was zu machen. Wende Dich an Ernst Schönwald. (...)“
Anmerkung : Das Profil der ASW 19 und der ASW 15 ist identisch.
Bringen nachgerüstete Winglets bei Flugzeugen der älteren Generation etwas?
Ich glaube „nein“, obwohl ich gestehen muß, daß ich noch keine ASW 15 bzw. ein anderes Clubklasseflugzeug mit Winglets geflogen bin. Die Verbesserung der Flugeigenschaften mag vielleicht bei alten Std Cirren oder Std Libellen gut sein, da u.a. diese Typen im Langsamflug bewußter geflogen werden wollen. Hier helfen die „hochgebogenen Randbögen“ dem Piloten sich weniger auf das Steuern des Flugzeuges zu konzentrieren und geben ihm dadurch mehr Aufmerksamkeit für die Vorausplanung im Flug. Das gibt Vorteile für Piloten mit wenig Erfahrung. Aber kommt das bei einem auf dem Flugzeugtyp eingeflogenen Segelflieger zum Tragen? Wozu muß man an den ohnehin schon gutmütigen Flugeigenschaften einer ASW 15 noch etwas verbessern?
Eine Steigerung um 2 Gleitzahlpunkte scheint mir unwahrscheinlich. Der zusätzliche Widerstand durch mehr angeströmte Fläche muß sich irgendwann bemerkbar machen und der Einfluß der Geschwindigkeit geht immerhin im Quadrat ein. Sollte nun trotz meines Zweckspessimismussees doch noch am Ende ein Vorteil von 0,5 Gleitzahlpunkten beim Einsatz von Winglets herauskommen, dann können diese nur von einem fast fehlerfreien Piloten genutzt werden. Bei jedem anderen Piloten ist ein etwas besserer Aufwind auf einem Flug von z.B. 300 km viel entscheidender. Unterschiede in den genannten Gleitzahl-Größenordnungen kann man sogar bei Vermessungen baugleicher Flugzeuge schon sehen. Und viele kennen die Erzählungen erfahrener Wettbewerbspiloten, die von Fläche an Fläche Flügen erzählen, bei denen sie dem gleichwertigen Team-Flugzeug gegenüber 100m verloren haben.
Warum sind Piloten mit Winglets dann so oft in Wettbewerben vorne? Hier spielen m.E. zwei Dinge eine Rolle: Das eine ist der psychologische Vorteil, der Pilot muß einfach glauben, daß er das Beste aus seinem Flugzeug gemacht hat und das es nur noch an ihm liegen kann, wenn die anderen besser fliegen. Zum Anderen sind Flugzeuge mit Winglets oft Privat- und keine Vereinsflugzeuge, und die Privatflugzeughalter setzen sich mehr mit dem Leistungssegelflug auseinander und fliegen mehr, woraus ein viel wesentlicherer Vorteil entsteht als gerade aus derartigen Tuningmaßnahmen.
Leider habe ich bisher nur wenige ergiebige Texte zu dem Thema gefunden. Quellen, die auf wissenschaftlichere Art an diese Sache gehen, konnte ich leider bisher nicht erfolgreich ermitteln. Vielleicht hat ja jemand einen Tip für mich, wo ich mehr Informationen finde, um mich vielleicht in meiner Meinung umzustimmen oder sind Winglets wirklich die Alufelgen der Segelflieger?

Hier meine Schwester mit Winglets aus dem Nachbarverein Hodenhagen nach einer Verjüngungskur (neuer Lack) bei AMS im Frühjahr 2007 während der Jahresnachprüfung. Und noch mehr Bilder:
Nachtrag am 21.01.2011:
Vielleicht ist das hier ja die Alternative zu den Winglets.

Der Hersteller Minix©® ist jedenfalls zuversichtlich:
- Verringerung des induzierten Widerstands um 8%
- Verbesserung des Steigens um 5,5%
- Verbesserter Gleitwinkel um 2,4%
- Erhöhung der Streckung um 9% (wie auch immer möglich
) - Wirbelschleppen werden durch den Minix zentriert
- Flüssigkeit kann durch den Minix hindurch
Na, fehlt nur noch die passende TM.