...aber mit dem 2ten Tagessieg befand ich mich nach 4 Tagen auf dem 3ten Gesamtplatz. Mit einem Ruhetag ging es weiter, um dann mit 3 weiteren Wettbewerbstagen in Folge in den Endspurt zu gehen.
Am 5ten Wertungstag (Racing 415km) geht es erst in die Nähe von Roitschjora, südlich der Kontrollzone Holzdorf nach Osten und zurück mit einem Knick um Wiesenburg, so wie einem kleinen Abstecher noch nach Norden bevor wieder in Stendal gelandet wird. Drei Schlüsselmomente gibt es an diesem Tag: Das gute Steigen vorm Abflug und die schöne Optik täuschen, d.h. ich gleite anfangs einige Male ins Fettnäpfchen und verliere wertvolle Minuten bei diversen Suchkreisen, die am Ende als Ergebnis immer nur unter 2m/s bringen. Den meisten Flugzeugen, die mit mir los sind geht es ähnlich. Seltsamer Weise holen die 1/4 Stunde später Abgeflogenen alle ein und es geht gemeinsam um die erste Wende.
Anfangs sind auf dem zweiten Schenkel so viele Flugzeuge unterwegs das mein Flarm nach dem Markieren eines Aufwindes einen mindestens 1 minütigen Daueralarm von sich gibt, weil sich alle zu mir stürzen. Beim Versuch diesem hektischen Treiben zu entkommen, wird mein Pilot etwas Unaufmerksam, was sofort mit Tiefkommen bestraft wird. In Folge bekam ich schwächeres Steigen unter meine Flächen und über mir entwischten alle wieder. Jetzt war zwar mein Pilot dem hektischen Trieben entkommen, aber so war das nicht gedacht.
Das dritte markante Ereignis begann dann kurz vor Wiesenburg. Das inzwischen so gut aufgebaute Wetter war ab hier großflächig blau. Wer hier früh durch kam hatte noch Glück bzw. schöne CU und wurde nicht gebremst. Mittlerweile waren aber nur Richtung Westen hinter der Elbe noch Wolken und Richtung Norden kurz vor der letzten Wende. In dieser Situation ergattert man einen guten Aufwind nur mit Glück, das sich im Team etwas erhöht, aber dieses Glück bleibt bei mir aus. - Vorne dabei waren diejenigen die am Anfang gut aufgeholt hatten und im Pulk gut mitflogen oder wer früh genug los war, um noch mit einigen Wolken das letzte Stück zu schaffen. Wie auch immer, diesmal sollte es nur für einen Tagesplatz im Mittelfeld reichen: Platz 17 und einen in der Gesamtwertung abgerutscht. Na, das geht ja noch. Pilot mit gemischten Gefühlen.

Für Tag 6 hat die Wettbewerbsleitung wieder eine AAT-Speed Task parat diesmal aber mit 3 1/2 Stunden. Obwohl es still und heimlich am nördlichen Rand der Abfluglinie los geht, sind im ersten Bart schon wieder viele der "üblichen Verdächtigen" (FK, F8, AK, LL, ...) zusammen. Doch trotz der Hochkarätigkeit dieses Pulks finden sich alle im nächsten Aufwind irgendwo zwischen 600 und 700m wieder, ohne echten Plan wo es wirklich hochgeht. Irgendwie geht es natürlich weiter, nun soll es nach diesem ernüchternden Erlebnis aber wieder solo sein. Der erste Sektor liegt schon hinter mir und es geht in Richtung des zweiten. Etwa von der Mitte bis an den südwestlichen Rand steht eine herrliche Wolkenstraße auf die mein Pilot mich zusteuert. Eigentlich kann nichts schief gehen: Hoch genug darunter angekommen, links voraus tiefer ein 18m-Flieger und rechts auch. Zu dritt geht es unter der Wolkenstraße lang und ... - schei*e sie zieht nicht! Auch bei den 18m-Flieger tut sich nix. Nördlich des Beschränkungsgebiets Era-Lessien war der Anfang und die Strasse führte an Wilsche vorbei nach Müden/Aller an die Sonnenkante, allerdings waren hier nur noch 700m auf dem Höhenmesser und selbst hier scheint es nicht nach oben zu gehen, also müssen jetzt erst einmal müde 1m/s herhalten um nicht abzusaufen. Es dauert eine Weile bis es wieder flott Richtung letzten Sektor geht, aber auch dieser Flug reichte nicht mehr für einen vorderen Platz. Tagesplatz 19 reicht immer noch zum Halten des 4ten Gesamtplatzes aber die Verfolger sitzen deutlich dichter im Nacken.

Auf zur 7ten und letzte Runde: Racing 348km. Ursprünglich sogar 412km, aber auf Grund der Wetterentwicklung Richtung erster Wende wird diese von der Wettbewerbsleitung kurzerhand gestrichen. Trotzdem ist mein Pilot irritiert über die Streckengröße, denn am Abend soll die Abschlussfeier stattfinden.
Tja, lief irgendwie wie die letzten Tage, anfangs ganz passabel, dann 1 bis 2 Fehltritte und schließlich abbauendes Wetter... - 13ter Tagesplatz und da einige Verfolger schneller waren abgerutscht auf den 7 Gesamtplatz...

Inzwischen ist es raus: Es reicht für den ersten
Nachrückerplatz. Also Daumen drücken, dass noch jemand abspringt, dann wäre das die zweite Teilnahme an einer Clubklasse-DM.