...du fliegst eine Tagesaufgabe von über 300km mit einem Schnitt größer 100km/h - geil! - und die meisten Mitstreiter sind schneller und du landest in der Wertung ziemlich weit hinten - Oooooohneeeein. So lässt sich der dritte Tag beim Altmarkpokal kurz und knapp zusammenfassen.
Zu den Fakten: Racing, 311km um Karstädt, Helmstedt und Rathenow. Die meisten Flugzeuge fliegen fast zeitgleich über die Abfluglinie. Mein Pilot entscheidet sich den Weg zur ersten Wende deutlich direkter zu fliegen als die anderen. Das verschafft uns einen klitzekleinen Vorsprung, da wir bei Perleberg kurz vor der ersten Wende in einen Bart einsteigen, in den die anderen nach einigen Kreisen etwas tiefer dazukommen. Zur Wende wird gemeinsam vorgeflogen aber schnell danach verlieren sich die Wege wieder. Auf direkterem Kurs geht es alleine Richtung Helmstedt weiter, die anderen werden ab und an ca. 4km weiter westlich gesichtet. In Helmstedt an der Wende sind dann alle erneut vereint. Die früher Abgeflogenen sind von hinten aufgerollt worden und so sind noch mehr Flugzeuge auf einem Haufen. Nach der Wende kommt ein schöner Hammerbart mit über 4m/s. Wer den zuerst und richtig trifft ist vorne mit dabei. Leider gehöre ich nicht dazu, aber die eigentliche Fehlentscheidung kommt dann erst: Mit über 30° Kursabweichung fliegt der Pulk eine riesige, fette, dunkle Wolke an. Zu weite Ablage, zu großes Risiko darunter nicht das richtige Steigen zu treffen, mein Pilot entscheidet sich für die kleineren Wolken über der nicht aktiven Letzlinger Heide. Noch auf der Suche nach Thermik und bereits reduzierter Vorfluggeschwindigkeit ziehen die anderen als kleine Punkte über uns hinweg. Und so ist es auch. Etwa 10 wertvolle Minuten gehen verloren... - Platz 22

Der Folgetag wird genau in dem Moment in der Luft neutralisiert, als ich endlich auf Arbeitshöhe gekurbelt war. Mein Pilot denkt sich: "Viel Schweiß für nichts? Nee, da probieren wir die Wolken hinter der Elbe noch einmal aus!" Die gehen auch sehr anständig und unter Aufreihungen werden noch ein paar OLC-Kilometer gesammelt. Landung im Regen, die Mannschaft meckert

Am 4ten Wertungstag hält die Wettbewerbsleitung eine Speed Task über 2 1/2 Stunden bereit. Spielwiese soll der Fläming sein. Der Abflug gestaltet sich als Geduldsspiel, 10 Minuten nach dem Ausklinken ist noch kein Meter dazugewonnen. Dann geht es mit ungewohnt schwachem Steigen in den nächsten 10 Minuten auf 1600m. Es soll ganze 40 Minuten dauern, bis ich mal wieder auf dieser Höhe bin, nur dass es diesmal bis auf 2000m geht, was aber nocheinmal 10 Minuten ldauert. Jetzt oder nie abfliegen, nur dabei werden einige 100m gegen den starken Wind verbraucht, egal, weiter! Nach der Elbquerung wird, wie so oft, das Steigen besser: 1,6m/s - 2,3m/s - 2,6m/s - 3,9m/s. Und nun bringt auch der Wind seinen Beitrag. Während er einen anfangs nur verblasen hat, formt er jetzt die ersten Aufreihungen. Unter Ihnen geht es zügig voran. Der erste von 2 Sektoren à 30km ist erreicht. Ich werde tiefer in den Sektor geführt, bis die Aufreihung aufhört. Jetzt ist es Zeit in den 2ten Sektor zu fliegen. 4-5 Aufwinde und eine fantastische Wolkenstraße quer durch den Sektor ist erreicht. Mit einer 100er Gleitzahl geht es die nächsten 90km. Gewendet wird bei 140km auf Stendal und einer Stunde Restzeit. Bei einem Rückenwind von über 30 km/h und der Wolkenstraße auf Heimatkurs sollte das in der verbleibenden Zeit machbar sein. - Der Plan geht auf: 2:34 und 277km. Wer hätte das beim Abflug gedacht. Netter Nebeneffekt: Tagessieg
