Ein Wettbewerb der Superlative schon bevor er beginnt. Der zweitgrößte Qualiwettbewerb der Clubklasse in 2010 mit 32 Teilnehmern, davon haben etliche schon an deutschen Meisterschaften teilgenommen, inkl. ehemaligen deutschen Meister, (Ex-) Nationalmannschaftsmitgliedern, einige (Ex-)Sposos, Gewinner bzw. Top-Platzierte von namhaften internationalen Wettbewerben und DMSt-Gewinner. Auch der Trainingstag, den ich im rollenden Hänger nach Stendal verbracht habe, ist einer der besten Tage überhaupt im Jahr. Viele Teilnehmer nutzen das für "lockere Trainings-" Flüge um Berlin und bessern erheblich ihren DMSt-Punktestand auf. Gigantisch auch die Flugplatzdimensionen: Platz ohne Ende, endlose Rollwege (kostet am Ende fast das ganze Profil des Flächenrades), riesige Hangars, ein Campingplatz so groß, dass es überhaupt kein Gedrängel gibt und, und, und.
Eröffnungsbriefing ist am 7.Juni abends. Der Wettbewerb läuft unter der Regie des erfahrenen (auch wenn man immer noch dazu lernen kann) Teams aus Schönebeck, das auch regelmäßig den Elbe-Saale-Pokal schmeißt. Die Wetterberichte sind positiv, es wird auf jeden Fall die nächsten Tage geflogen.
Der 1. Wertungstag (266km, Racing) steht unter dem Motto "Rumkommen" (Kopfsache) und mal sehen welcher Platz als Basis dabei herauskommt. Das Wetter und die dazu verhältnismäßig kleine Aufgabe sollte das Motto nicht gefährden, nur die Bordakkus spielen noch einen gefährlichen Streich. Beim Anflug auf den potenziellen Endanflugbart der u.a. schon von der "BB" markiert wird, zeigt das LX5000 "Low Batt" und beim Umschalten auf den 2ten Akku bleibt der Strom unerwartet einfach weg - graugrünes leeres Display. "Schei...!" - schnell wieder auf den angeschlagenen Akku zurückgeschaltet, unter und an der "BB" um 500m vorbeigerauscht, da hebt es mich mit einer bis dahin für den Tag noch nicht dagewesenen Kraft. Nach Arsch und Stauscheibe zentriert kommt der beste Bart des Tages dabei heraus: 3,3m/s! Das LX ist inzwischen auch wieder hochgefahren, um die sichere Endanflughöhe anzuzeigen. Na, dann mal los. Am Ende springt noch ein Mittelfeldplatz heraus.
Die De-Briefing-Analyse zeigt, dass der Abflug zu früh gewählt wurde: 2/3 der Teilnehmer landen um 16:35 +/- 2 Minuten. Allerdings schob mein Pilot mich mit als erstes Flugzeug über die Abfluglinie, im lockeren Team ging es zusammen mit der "BB" und der "LL" los. Den Vorsprung durch den frühen Abflug konnten wir nicht halten und wurden Zug um Zug von den später gestarteten eingeholt. Wertvolle Zeit, die am Ende fehlt. Mein Index rettet mich ein wenig...

Der 2. Wertungstag (273km, Racing) folgt sogleich. Vorm Abflug beim Versuch einen optimalen Abflug an der 20km langen Abfluglinie zu finden, geht einige Zeit drauf. Es endet damit, dass sich die letzten 5 Maschinen an der Abfluglinie treffen und sich direkt an der Linie zusammen bis unter die Basis hoch machen. Die stärksten Nerven behält mein Pilot, ich rutsche als letztes Flugzeug über die Abfluglinie mit 4 Maschinen -"33", "6G", "6B", "ISH"- in kurzen Abständen vor mir, die die nächsten Bärte noch anzeigen bis sie an der ersten Wende "Ziesar" außer Sicht geraten. Alleine geht es Richtung Norden und am Ortsrand Gentin kommt ein echter Hammer nachdem 1200m abgeglitten waren. Mit 3,6m/s werden die verlorenen 1200m im Nu aufgeholt. Leicht überrascht befinde ich mich wieder auf Augenhöhe mit "33" und "6G". Das Spielchen geht von vorne los: 2 Aufwinde zusammen, dann trennen sich wieder die Wege. Das Spielchen wiederholt sich einige Male mit wechselnden aber bekannten Wettbewerbskennzeichen vom Abflug, bis am Ende alle wieder zusammen sind. Nur die "33" fehlt irgendwie. Etwa 2 Minuten nach "6G", "6B" und "ISH" schieße ich über die Ziellinie. Die meisten sind schon da. Wieder im Mittelfeld? - Hui, Überraschung - die vorläufige Wertung im Briefingzelt zeigt abends den Tagessieg
