Der letzte Tag steht an. Die Racing Aufgabe wird in einem Feldbriefing auf 186km verkleinert. Gert hat wohl Angst, dass die Gulaschkanone nicht leer wird. Eigentlich zählt nur rumkommen, es ist ja kein 1000 Punkte-Tag mehr und damit können nicht mehr so viele Punkte verloren werden. Alle Flugzeuge sind schon in der Luft und das Gefühl kommt auf vergessen worden zu sein. Nach endlosen Minuten (oder doch nur Sekunden) kommt endlich wieder eine Schleppmaschine rein und erbamt sich mich hochzuziehen.
Sofort nach Erreichen der maximalen Höhe dicht an der Startlinie geht es los. Am Ende zeigt sich, trotzdem letzter Abflug. Mit dabei sind die "HS" und die "RG" die weiter nördlich und etwas tiefer auch gerade erst über die Linie gegangen sein müssen. Bis Finsterwalde, der ersten Wende bleiben wir getrennt. Es ist klassisches Segelfliegen ohne nennenswerte Ereignisse, außer das es gut geht. Die Thermik gut bis sehr gut, CUs dazu die an den richtigen Stellen ziehen, ...
Gerade gewendet kommt "HS" in dem Moment entgegen und hängt ab dem Zeitpunkt am Leitwerk aber immer etwas tiefer. Der Schenkel nach Oehna mit Rückenwind, 100er Schnitt und Steigen immer über 2m/s.
Aber inzwischen ist wieder eine starke Abschirmung über uns. "Mensch," denkt mein Pilot "hier überm Wald bei Oehna hat es in diesem Wettbewerb noch immer einen Bart rausgehauen, die Abschirmung ist noch nicht lange da und die Wolke auf Kurs sieht noch brauchbar aus...". Kaum zu Ende gedacht greift ein Hammer unter meine Flächen, ein Aufwind, so rund, so stark, dass es ein Traum sein muss. Teilweise geht es mit 4,4m/s integriert, "HS" und "F" mit drin, und wir bekommen mit über 2000m Basis 50km von Roitzschjora unsere Endanflughöhe. Ach, ist das schön, kein Stress trotz Abschirmung, Rückenwindkomponente, 150m Sicherheit bei McCready 2,5. "Der Drops ist gelutscht!". - Dass die Bad Dübener Heide noch ordentlich trägt spielt fast keine Rolle mehr. Der zweite Tagessieg ist ganz knapp vor der "HS" eingefahren. Verteidigung des 1ten Platzes in der Gesamtwertung übererfüllt. Pilot oberglücklich

Roitzschjora und sein Heidepokal waren das zweite Mal in Folge ein super Wettbewerb. "Und nächstes Jahr Quali in Roitzschjora?" - "Na, mal sehen was noch angeboten wird. Stendal ist ja Geheimtipp."
P.S. Den Vogel schoss die "EF" ab, die sich an die Landerichtung vom Vortag hielt. Nur war das ein 180 Grad Fehler. Trotz Landung am Platz also eine Außenlandung. Wäre lustig, wenn nicht bei mehr Verkehr das auch mal ins Auge gehen kann.