Nach den Entäuschungen vom Vortag wieder eine Racing Aufgabe. Ein Viereck mit 349km, mit den Schenkeln auf den Thermik-Rennstrecken, so wie Gert sie gerne legt: Roitzschjora-Schwarzheide-Stakoow-Theesen und zurück.
Am Platz gute termische Bedingungen allerdings sehr blubberig und uneinheitlich, da scheint Warmluft mit drin zu sein. Der Abflug optimal mit maximaler Höhe, leicht neben der Wolke an der Sonnenseite, so dass ihn hoffentlich auch nicht allzu viele bemerken. Es dauert über 20km bis wieder auskurbelbares Steigen kommt. Vorm Abflug zogen nur die dicken Bollermänner, hier sind noch keine schönen Wolken ausgebildet und so geht es erst mit 0,9m/s nach oben und nachdem ein Duo noch was besseres in der Nähe angemalt hat auch mit deutlich über einen Meter. Die ganze Aktion dauert gute 15 Minuten für 600m Höhengewinn und 3km Strecke. Die Std Libelle hat es nicht geschafft und liegt schon auf dem Acker unter mir. Das läßt nichts Gutes ahnen, ist aber irgendwie wie ein Deja Vu - Alles schon mal da gewesen: Demnach müsste ab dem Schießgebiet bei Holzdorf die Post abgehen. Nur nicht zu tief ankommen, das ED-R ist zwar nicht hoch aber aktiv und eine virtuelle Außenlandung muß es ja icht geben. Also müssen im Zweifelsfall etwa 15km gefahrlos überbrückt werden können. Mein Pilot macht noch ein paar Angstkreise in 0,8m/s um 120m nachzutanken und dann geht es los unter einen gut aussehenden Cumulanten bei dem schon zwei Segler aus den anderen Klassen kreisen: 2,6m/s - das geht - auf 1900m. Jetzt geht es los, die Optik schlagartig besser und es trägt richtig gut, erst im Blauen dann auch unter Wolken, wenn man den richtigen Pfad erwischt. Der nächste Bart knapp 3m/s und dann über 3m/s. Die Wende ist schnell erreicht und gerundet, um anschließend mit Rückenwend den 2ten Schenkel in Angriff zu nehmen.
Die "RG" ist inzwischen dabei und gemeinsam geht es bis zur Wende. Trotz inzwischen leichter Abschirmung geht es flott voran. Direkt nach Stakoow fliegt die "RG" stark abweichend vom Kurs, während mein Pilot auf der ICAO-Karte die horizontalen Luftraumgrenzen sucht (PDA wurde wegen Stromproblemen am Vortag nicht eingebaut) und nicht findet, weil die Karte falsch geklebt ist (später stellt sich heraus, dass die Kurslinie die Höhenangaben verdeckt hat). In diesem Moment der Unachtsamkeit erwischt die "RG" einen Aufwind der ihr mit zwei Kreisen 170m bringt. Mit dem Kopf im Nacken staunt mein Pilot nur, was da gerade passiert sein muß. Trotz Abschirmung und abbauender Cumulsbewölkung geht es gewohnt gut auf dem Abschnitt nach Westen, allerdings alleine, außer einem kleinen Erlebnis mit einem 18m Flieger: Unter der Abschirmung helfen andere Flugzeuge immer ganz gut, um eine Orientierung zu bekommen, wo die Thermik sein könnte. Ah, da kurbelt ein 18m Pilot, also mit rein in den Bart, der aber nicht gut vorzentriert ist. Der 18m Pilot richtet auf und fliegt davon, scheinbar um zu prüfen, ob es irgendwo besser geht. Ich werde kurzerhand, ist ja keiner mehr da der stört, in einen Kurvenwechsel gelenkt mit dem Erfolg, dass es gleich einen satten Meter besser steigt. Kaum den zweiten Kreis gedreht kommt der 18m Fliger zurück und kurvt entgegengesetzt nur wenige Meter höher ein. Eine unschöne Situation... - Ansonsten verläuft der Schenkel nach Theesen spielend weiter in wieder besseren Wetter, die Abschirmung ist weg und es reicht für einen 100er Schnitt auf diesem Teil der Aufgabe. Die Optik immer noch gut, es wird gewendet.
Auf dem letzten Schenkel läuft es aber nicht richtig weiter. Eigentlich sollten doch hier über dem Schießgebiet nochmal 3m/s rausgehen, wie gerade mehrfach vor der Wende, nochmal 2000m. Nö, die bleiben einfach aus. Der Speed wird rausgenommen. 2m/s müssen auch reichen. Inzwischen wird's wieder grauer und mein Pilot vorsichtiger. Zu vorsichtig. Obwohl sich bei Dessau wieder eine schöne Quellung bildet, traut er dem Frieden nicht und geht vorher auf Nummer sicher. Im Nachhinein ein Fehler, denn die Wolke, so zeigt sich später, geht mit 2,5m/s. Immerhin sichere Endanflughöhe und Aufgabe vollendet. Tagesplatz 3 und nur 28 Pünktchen auf den Führenden verloren. Pilot zufrieden (vor allem wenn man bedenkt, wie mühsam es am Anfang ging)
