Der zweite Wertungstag folgte sofort auf den ersten und ab jetzt wurde jeden Tag geflogen. Die Wettervorhersagen gehen von Blauthermik und Warmluftadvektion aus. D.h. eigentlich schnell los, aber im Blauen ist es gar nicht so einfach sich optimal an der Abfluglinie zu halten, um zum besten Moment abzufliegen. Es dauert einige Zeit bis an der Linie ein Bart gefunden wird, der endlich wieder auf die bereits schon einmal erflogene Höhe von guten 1700m hebt. Die Wertung zeigt nachher, dass das der vorletzte Abflug war, was mein Pilot aber gar nicht wahrgenommen hatte. Es geht also los Richtung Dessau der ersten Wende. Die Sicht ist gut und überall blitzen weit entfernt Flächen auf von kurbelnden Flugzeugen. Aber bei mir dauert es eine ganze Weile und es muß erst die halbe Basishöhe abgeflogen werden, bis sich etwas tut. Es steigt mit 1,5m/s. Na, das ist ja nicht so prall, da muß mein Pilot heute mal einen Gang zurückschalten, aber was ist das ? Nur einige hundert Meter zurück kurbelt ein Jantar und steigt besser. Na dann nix wie hin und es geht auch gleich 1/4 Meterchen besser. Nur wo kommt der Jantar her? Noch später abgeflogen? Egal, mit dem Jantar etwas höher geht's zur Wende und das LX meldet "Inside", also abdrehen Richtung Wollin, nur der Jantar der fliegt immer noch gradeaus. War der doch nicht vom Wettbewerb? Schon komisch.
Ab jetzt wird jeder Bart etwas besser, es geht eben immer mehr über dem Fläming. Die "OY" gesellt sich im bis dahin besten Bart dazu, der aber verdammt ruppig ist. Gemeinsam geht es Richtung Wollin und hier zeigt sich wie tückisch Blauthermik sein kann: Während ich in den ersten Aufwind mit deutlich über 2m/s stolpere, fliegt die "OY" nur etwa 150m links von mir einfach weiter. Noch ein Funkspruch, aber "OY" scheint nicht auf der Frequenz zu sein. Der Rückenwind paßt perfekt zu dem Bart so kurz vor der Wende.
Das stimmt optimistisch und wird getopt mit einem 2,7er kurz nach der Wende, der bis auf über 1800m geht. Inzwischen sind auch kurzlebige Wolken mit im Spiel. Die "OY" ist nur noch ein kleiner Punkt. Weiter geht's an Lüsse und Locktow vorbei Richtung Reinsdorf, aber das erwartete Steigen über den Wäldern bleibt aus. Letzte gute Möglichkeit an der angeblasenen Waldkante hinter den Windrädern. Die Höhe abgeglitten auf nur noch 700m. Aber der Plan funktioniert zumal eine LS-1d beim Suchen behilflich ist. Weiter Richtung letzter Wende Reinsdorf wird das Steigen umgekeht zum Schenkel nach Wollin wieder schwächer. Jetzt müssen auch wieder einige Bärte unter 2m/s herhalten. Direkt vor Reinsdorf kommt noch einmal Steigen, das sich gut anfühlt, aber das muß auf Grund der Gegenwindwende warten. Entsprechend tief geht es weiter und die Höhe ist erneut auf 700m geschmolzen.
Aber der Wald westlich Reinsdorf bei Oehna geht (später im Wettbewerb sollen hier noch ein paar mal die guten Bärte rauskommen). 3 Mal kurz hintereinander wird Höhe getankt und jedesmal geht es besser und höher bis am Ende 1700m erricht sind. Bei einer satten Gegenwindkomponente von knapp 20km/h und etwa 50km Entfernung reicht es noch nicht ganz nach Roitzschjora. Inzwischen alles wieder blau. Wenigstens reicht die Höhe über die Elbe. Kaum drüber fängt die Luft an gut zu tragen. Auf den Feldern überall Mähdrescher im Einsatz. Die Staubfahnen zeigen wo es trägt und es hochgehen könnte und in dem Moment meldet sich auch schon der Endanflugbart mit 1,5m/s. Die fehlenden Meter werden leicht erklommen und unten steigen noch die "DX" und die "HS" ein. Mit 150m Sicherheit geht es los, erst vorsichtig, am Ende immer schneller , weil die Wälder super tragen, der Gegenwind nachgelassen hat und so der Gleitwinkel verlängert werden konnte. - Tagessieg! Pilot glücklich 
P.S.: In der vorläufigen Gesamtwertung reicht es auch für Platz 1.