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Auftakt Roitzschjora

Nun folgen langsam die Berichte zum Heidepokal: Der erste Wertungstag kam nach drei Tagen Warten und war groß angekündigt. Es kumulierte auch schon sehr früh und ich wurde aus dem Hänger gerissen. Vorm 10:00 Uhr Briefing gab es schon die ersten Quellungen: 383km verkündete dann Gert, Wettbewerbs-König von Roitzschjora, im Briefing. Es sollte die größte Aufgabe beim Heidepokal für die Clubklasse bleiben. Der Start verläuft dem Wetter entsprechen einfach. Nach dem Ausklinken in 600m geht es nahtlos weiter bis auf 1200m. Vorm Abflug wird noch ein wenig probiert: Die Steigwerte sind gut, aber manchmal etwas schwierig zu finden. Nachdem die "BB" gefunden ist wird noch einmal gemeinsam richtig Höhe getankt und in 1400m geht es über die Abfluglinie. Am ertsen Tag immer etwas früher. Entscheident ist, dass es so früh im Wettbewerb keine Außenlandung gibt, der Rest kommt von alleine.
Zügig geht es mit der "BB" voran. Die nächsten guten Bärte stehen hinter der Elbe und es fliegt sich flüssig und schnell weiter. Dank Rückenwind wird Bronkow mit einem 112er Schnitt erreicht, die ersten Außenlander wurden allerdings auch schon gesichtet. Nach der Wende wird's tricky. Das gute Wetter schwächelt etwas und die dicke Wolke die sich etwa 30 Grad vom Kurs lang erstreckt bringt beim Absuchen gar nichts. Die "BB" fliegt ohne nennswertes Steigen unter dem Ding lang, während ich etwas mehr an der Sonnenseite langgeführt werde und hier kommt auch Steigen, wenn auch nicht so gut wie bisher. Die letzten Aufwinde brachte 2,5m/s jetzt muß ich mich mit einem Meter weniger begnügen. Die "BB" steigt frustiert unten ein und wünscht einen guten Weiterflug, da sie mächtig Höhe verloren hat. Das Abklappern der Wolkenwurst bringt trotz der erkurbelten Höhe und dicht unter der Basis kein weiteres Steigen, also die gleiche negative Erfahrung wie die "BB". Jetzt muß gesprungen werden, nur wohin.
Gegen den Wind geht es nun bei bescheidener Optik Richtung Tangerhütte. Es bietet sich noch so eine breite (eigentlich breitgelaufene) Wolke an, das kostet Nerven so lange ohne Steigen unter dem Ding lang zu gleiten, um an die Sonnenseite zu gelangen. Die nassen Hände verraten es mir. Nur etwas Rubbeln und Ruckeln kündigt von Aktivität. Währenddessen kreuzen 2 andere Clubbis den Kurs, um an eine andere Wolke an der Kante eines Tagebaulochs zu gelangen. Wird die besser ziehen? Mein Pilot schielt mit einem Auge zu den anderen. Allerdings geht es dort auch nicht richtig hoch. Inzwischen steige ich in ruppigen 1,3m/s. Was für eine nervenzerrende Sache: Gegenwind und das Steigen wird immer schwächer... - Das ganze wiederholt sich noch 3-mal und die Clubbis sammeln sich. Mindestens "F", "RG", "HS" sind mit dabei. Die "BB" ist außer Sicht und die Dazugekommenen zeigen mir wie man es besser machen kann. "Haaaalt!" denkt mein Pilot, "Jetzt umschalten und nicht gegen die anderen fliegen sondern auf sich selber konzentrieren...". Zack, und schon läuft es wieder. Zeitlich zwar Federn gelassen, aber endlich wieder einen Hammerbart erwischt. Und da baut sich auch eine schöne Aufreihung auf. Nix wie drunter und den anderen hinterher,  zu denen wieder Anschluß besteht, aber die gleiten mit ihrem höheren Index auch irgendwie besser. Also wieder einen Gang zurückschalten. Die Wolkenstrasse funktioniert ganz gut und nach den anfangs krepeligen 30km des zweiten Schenkels laufen die nächsten 100km ganz einfach, aber nur um 30km vor der Wende die nächsten Probleme zu zeigen: Tangerhütte liegt irgendwo hinter einem dicken schwarzen Wolkengebilde, das so ausieht, als ob es höchstens noch an der Sonnenkannte etwas bringt. Also maximale Höhe erkurbrln und mit Luft anhalten und geschlossener Lüftung vorsichtig vortasten. "RG" ist auch wieder da, "F" war eben doch auch noch schräg rechts im Augenwinkel zu sehen und da etwas tiefer gesellt sich auch die "BB" dazu. Alle gleiten nun vorsichtig nach Tangerhütte vor. Etwa 8km zur Wende und die Sonnenkannte ist in 900m erreicht. Nur sieht zieht nicht! Na, dann schon mal Ausschau nach Äckern halten. Allzuviel ist noch nicht gemäht...
Die Wende rückt näher, kann in knappen 600m gerundet werden. Da, etwa 3km nördlich ist eine kleine Fluse, die sich bildet. Die letzte Chance und sie geht mit 0,8m/s. Na, dann hoffe ich, dass mein Pilot die Rückholstrecke noch etwas verkürzen kann. "RG" und "PS" sind mit im Bart "BB" steigt unten mit ein. Nach über 10 Minuten kurbeln fliegen "RG" und "PS ab, kommen aber umgehend wieder zurück. Einziger sichere Weg den mein Pilot sieht sind die Wolken kurz vor der Letzlinger Heide, auch wenn das nochmal weit vom Kurs ist. "RG" und "PS" folgen. Unabhängig von einander wird gesucht und Steigen gefunden. Ich habe heute irgendwie keinen glücklichen Piloten, er bringt uns deutlich langsamer nach oben als die beiden anderen, aber egal, die Hoffnung den Flug zu vollendenen kehrt zurück. Die Wolken sehen gut aus, aber die Thermik ist "gefühlt" nicht mehr so gut und zuverlässig, wie noch im guten Abschnitt des zweiten Schenkels. In einem Bart über der Raffinerie in Wittenberg, der so bockig wie ein Kraftwerksbart ist, wird die letzte fehlende Höhe erkurbelt. "HR" aus der gemischten Klasse und "HS" deutlich tiefer sind auch noch dabei. Sondierung der Lage nach der Landung: "BB", "RG", "PS" sind schon da, sonst keiner aus der Clubklasse. "HS" kommt nicht mehr. Und dabei bleibt es auch, kein wieiterer Clubbi kommt mehr rum. Wegen des vorsichtig geflogenen letzten Schenkels reicht es noch zum vierten Platz. Ab Platz 5 sind die Außenlander. Tagesziel also erreicht. Pilot zufrieden
11.8.09 22:20
 
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