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Wetter am Flugplatz:

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Teil 3: Der Text zum Flug

34 (!) Tage Zwangspause mitten im Sommer! Kaum auszuhalten und dann meldet sich der Wetterbericht mit guter Thermik zurück, obwohl ganz so einfach waren die Vorhersagen auch nicht: Im Norden sollte es nicht so richtig gehen und im Osten mussten erst noch Reste weggeheizt werden, dafür aber im Westen gut, zumindest bis die neue Störung Nachmittags reinzieht. Irgendwie eine Konstellation auf die mein Pilot schon länger gewartet hat. Der Tag um endlich mal wieder über die Mittelgebirge nach Süden vorzudringen. Verhaltene 416km werden ausgesucht: Unterlüß, Lübbecke, Hann. Münden. Der letzte Versuch südlich um den Luftraum Hannover herumzukommen, war im vergangenen Spätsommer und endete auf dem Flugplatz Hildesheim.
Jetzt sollte das Projekt erneut, aber erfolgreich angegangen werden und das mit viel Reserve, denn die Zeit war für mindestens 500km ausreichend... Schon früh zeigen sich Quellungen am Himmel, die sich aus den Resten einer Störung bilden, die noch im Norden liegt, aber Ka-8 und Ka-13 saufen beharrlich ab, nachdem auch endlich die Verbindungsschwierigkeiten zwischen Winde und Startwagen behoben sind. Aber es muss doch gehen! Ich werde hochgezogen und sofort nach dem Ausklinken greift mich die aufsteigen Luft unter den Flächen und bringt mich, teilweise sogar recht kraftvoll mit 2m/s, in den Himmel auf etwa 900m.
Die Sicht ist ausgezeichnet und unter den nächsten Wolken geht es vorsichtig Richtung Unterlüß. Jedes Wölkchen trägt, jede dritte sogar mit passablen Steigwerten. Wenige Kilometer vor Unterlüß ist die Basis dann schon über 1000m, aber nur um dann abrupt um 150m wieder runter zugehen - ich werde um die Wolken an die Wende geführt. Danach kurz wieder an die Wolken, um dann erst einmal 60km bis hinter die Leine im Blauen meinen Weg zu finden. Aber es geht und es geht sogar noch höher: An der Autobahn bei Allertal geht es schon auf 1400m. Die Steigwerte sind mäßig bis gut, aber ich werde nicht gehetzt, sind ja nur 416km zu wuppen und die ersten 70-80km sind ja schon im Sack. An den Wolken bei Nienburg fliegt es sich wie im Blauen, nur man sieht wo es hochgehen soll. Die 2te Wende Lübbecke ist fast schon wieder wolkenlos. Im Norden sieht es gut aus, im Süden keine 1/8 CU und im Westen sieht man schon die Störung kommen. Aber auch im fast Blauen geht es ordentlich und wieder ein Stückchen höher: 1800m. Das sollte hoch genug sein, um auch im nicht mehr flachen Gelände ohne Angstschweiß weiter fliegen zu können. Das Stück nach Hann. Münden verläuft mit Rückenwindunterstützung klassisch: die wenigen Wolken abfliegen und wo es mit über 2m/s steigt einfach kreisen. Die Basis steigt über 2000m in dem 1,5 stündigen Abschnitt zur letzten Wende, die um 15:30 eigentlich viel zu früh erreicht wird. Es bleibt demnach reichlich Zeit um nach Hause zu kommen. Mit dem Mückenbesatz an den Flächen und den immer größeren Sprüngen zwischen den Wolken zwar ein Teil des Fluges mit gemischten Gefühlen beim Piloten, aber ich zeige meine Unempfindlichkeit bei Profilverschmutzungen. Es gibt kaum eine richtig spannende Phase auf dem Weg zurück, obwohl häufiger ordentlich die Höhe abgeglitten werden muss. Durch die Hildesheimer Börde ist noch der längste Teil ohne Thermik, aber schon bei Peine setzt sie wieder ein. Und wie! Ab hier kommen die kräftigsten Bärte des Tages und das Alles nach 17:00 local. Also noch etwas rumgemökert und die Strecke problemlos auf über 500km aufgepumpt (wenn der ganze Tag nur so gewesen wäre). Nach der Landung sehen die Wolken noch lange kraftvoll aus, was sich auch in den weiteren Ergebnissen im OLC widerspiegelt. Abends ist man immer schlauer, aber trotzdem ein hervorragender Tag, der unendlich viel Spaß gemacht hat: Erstes angemeldetes und vollendetes FAI-Dreieck über 400km in 2009, nach 5Jahren bin ich mal in neuer Gegend ausgeführt worden, Flugspaß pur nach über einem Monat Pause... - Team Flugzeug & Pilot glücklich
7.7.09 22:33
 
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