Gestern war nun endlich der erste fliegbare Wertungstag. Ich wurde zum dritten Mal in Neustadt-Glewe aufgerüstet und bezog hinter den Doppelsitzer meine Startposition, um endlich auch mal zu fliegen. Die Doppelsitzer wurden gestartet und gleich danach wurde mit den Clubklasseflugzeugen weitergemacht. Ein Fehler, denn die Wettbewerbsleitung hatte eine Pause zwischen den Klassen angeordnet. Und weil das Wetter doch nicht so gut war, soffen etliche Dosis wieder ab und es entstand Chaos, weil die Absaufer wieder vor die Clubklasse geschoben wurden. Bevor das endgültige Chaos entstand, sorgte ein kräftiger Regenschauer für eine Zwangspause. Danach wurden alle DoSis an den Himmel gebracht und anschließend ging es mit der Clubklasse weiter. Das Wetter hatte sich inzwischen beruhigt und bei guten Steigwerten wurde auf den Abflug zu einer 2 Stunden Speed Assigned Area Task gewartet. Der Abflug gelang gut und ich konnte schnell zu den vorher gestarteten aufschließen. Kurz in den ersten Sektor (15km Radius um Bad Wilsnack) bei Perleberg eingetaucht und unter einer Wolkenstraße zügig zum zweiten Sektor (20km um Flugplatz Berlinchen). Die Wolkenstraße tangierte den Sektor im Norden. Während die meisten Piloten nur kurz in den Sektor flogen, wurde mein Pilot zu gierig: Unter der Wolkenstraße ging es weiter, allerdings blieb trotz guter Optik das erhoffte Steigen aus. Als Folge musste gebastelt werden und der Rückweg gestaltete sich schwierig. Ich wurde über 10 Minuten in etwa 350m eingeparkt, bevor es mühselig nach oben ging. Auch die weiteren Aufwinde waren schwach. Der Schnitt ging in den Keller und die Regenschauer nahmen wieder zu. Vor einer Regenwand noch einmal gutes Steigen halb im Regen (wenigsten wurden so die Mücken von den Flächen abgewaschen). Es fehlten noch 150m, um wieder in Neustadt-Glewe zu landen. Dabei blieb es auch. Durch den zusätzlichen Regen entschied sich mein Pilot zu einer Sicherheitslandung auf einem frisch gepflügten Feld. Beim Ausrollen musste ich dann schmerzlich feststellen, dass der Acker mit faustgroßen Steinen voll war. Wie üblich bei gepflügten Äckern ging ich auf die Schnauze und habe mir einige üble Schürfwunden auf der Rumpfunterseite zugezogen. Da muss im Winter etwas Lack nachgebessert werden. Das ist doof.
Die Außenlandung war unnötig und dumm, weil sie etliche Punkte gekostet hat und weil die Taktik der frühzeitigen Rückkehr (nicht Nutzen der mindestens 2 Stunden) der Konkurrenz besser aufging. Glücklicher Weise befinde ich mich in guter Gesellschaft, so dass die Stimmung nicht ins Bodenlose geht. FK mit dem amtierenden deutschen Meister, R & J und auch NAJ mit dem Juniorenweltmeister gingen vorzeitig zu den Kühen. – Die DoSis haben gar nicht erst eine Wertung geschafft.
Heute wurde vor dem zweiten Briefing um 13:00 nach einem heftigen Regenguß neutralisiert und es konnten die Wunden geleckt werden. Der Pilot gab mir intensive Streicheleinheiten mit Formel 1 Politur, so dass mein alter Glanz, bis auf die Rumpfunterseite, wieder hergestellt ist. Während der Wellness Kur sah das Wetter wider erwartend gut aus. Immerhin konnte so der durchfeuchtete Hänger auch noch austrocknen.
Pilot traurig, wegen der taktischen Fehlentscheidung
Wertung ist bei den Bildern dabei: